Auf zum schlürfenden Drachen (22.06.)

Nun schließt sich der Kreis. Waren bis jetzt die alten Blogeiträge verloren gewesen, so kann ich beim Neuschreiben jetzt auf die vorhandenen zurückgreifen.

Um 10  Uhr waren wir mal wieder die letzten, die das Hostel verließen. Durch den ersten Tunnel Islands ging es auf die Westseite der Fjordberge. Als Ziel hatten wir uns das gut 200 km entfernt liegende Hostel Ósar ausgesucht.

Der Tunnel war ganz schön gruselig. Hatten wir geglaubt, dass der Tunnel vor Ólafsfjörður schon schlimm war, dann wurden wir hier eines Besseren belehrt. Es war stockfinster und die Ausweichstellen waren erst kurz vorher zu sehen. Es kam uns Gott sei Dank kein Wagen entgegen. Für Siglufjörður war der Tunnel dagegen ein Segen, da es damit auch im Winter auf dem Landweg erreichbar war. Die Passstraße war übrigens immer noch gesperrt.

Die Berge waren zu Beginn sehr steil und schroff und die Straße schien an einigen Stellen von Steinschlag beschädigt worden zu sein. Ob unsere Doris hier gut durchgekommen war?

Langsam weitete sich das Bergvorland und gab den Blick auf die Fjordlandschaft südwärts frei.

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In Hofsós legten wir eine Pause ein und entspannten uns im Schwimmbad mit grandiosem Blick auf den Fjord bei strahlend blauem Himmel. Es brachte nichts, sich im Hot Pot zum Abkühlen auf den Rand zu setzen, da die Sonne entsprechend brutzelte. und weiter wärmte. Aber nur dort wo es windgeschützt war, das Autothermometer zeigte weiterhin nur 13 Grad an.

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Schwimmbad Hófsos

An den alten Häusern im Hafen sahen wir dann Doris wieder.

Zusammen mit dem Fährmann schauten wir am Skagafjörður nach Sauðárkrókur.

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Don’t pay the ferryman

Bevor wir die JH Ósar, erreichten, fuhren wir noch den „Vulkanstopfen“ Borgarvirki an. Dieser Basalthügel soll einmal als Festungsanlage gedient haben. Das ist gut vorstellbar.

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Borgarvirki

Man kann von ihm aus das gesamte Umland überblicken und hat im Inneren eine geschützte Mulde. Die „Mauern“ sind gut 3 m hoch und 15 m dick. Dort, wo sie nicht vollständig geschlossen sind, gab es genügend Steine, um sie zu schließen.

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Panoramablick von Borgarvirki

Nun lagen gut 20 km Schotterstraße vor uns, ungefähr 1,25-spurig, bergauf und bergab, um enge Kurven herum. Aber immer eine tolle Aussicht.

Ein junger Herbergsvater begrüßte uns und nachdem er erfuhr, dass wir aus Deutschland kamen, wechselte er ein paar Worte auf deutsch mit uns. War der Herbergsvater in Siglufjörður eher desinteressiert, hatten wir hier einen motivierten Herbergsvater vor uns.

Da wir 2 Tage blieben, wurden wir in einem Cottage für 8 Personen einquartiert, für die erste Nacht zur Alleinbenutzung. Von der Küche aus, haben wir einen Blick direkt auf den Fjord und die Seals am gegenüberliegenden Ufer.

Ein kleiner Abendspaziergang führte uns noch zu den Seals, die genüsslich in der Abendsonne lagen.

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Seals am Ufer

Un hier holte uns wieder Bildalia ein.

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Bildalia lässt grüßen

Den Abend ließen wir in der Abendsonne vor dem Cottage sitzend ausklingen. Den schlürfenden Drachen hoben wir uns für den nächsten Tag auf.

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Cottage in Ósar

Irgenwie gefiel es uns hier. Absolute Ruhe, ein relaxter Herbergsvater, ein weiter Blick in die Natur.

An der Rezeption gab es WLAN-Empfang, so dass ich hier nach weiteren Buchungsmöglichkeiten schauen konnte.

Merkwürdig, die Rezeption ist offen, der Fernseher läuft (Fußball), aber keiner zu sehen. Plötzlich knispelte es hinter dem Tresen. Der Herbergsvater kam mit einer Tüte Chips zum Vorschein. Er hatte es sich liegend bequem gemacht, um Fußball zu schauen. Ein sehr entspannter Mensch.

Und dann hatten wir sie doch noch, die Mitternachtssonne.

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