Die Westfjorde rufen (24.06.)

Das Wetter in Ósar war am Abfahrtstag trübe.  Heute sollte es endlich in die Westfjorde gehen. Der Wetterbereicht sagte zwar kein sonniges Wetter voraus, doch es sollte zumindest trocken bleiben. Als Zwischenstop hatte wir uns die JH in Broddanes, gut 170 km entfernt, ausgesucht.

Auf der Schotterstraße ging es rund um die Halbinsel Vatnsnes eine karge und im Vergleich flache Landschaft. Immer wieder gab es Plätze von denen man aus Robben beobachten konnte. Im Robbenzentrum von Hvammstangi gab es dann nähere Informationen über die Tiere. Der Besuch hat sich gelohnt. Nebenan konnten wir im örtlichen Laden noch etwas die Vorräte auffüllen.

Am Ortsausgang tauchte plötzlich ein Schild der Wollfabrik Kidka auf. Da konnten wir nicht widerstehen. Der Großteil des Angebots war zwar maschinengestrickte Ware, aber die Farbkombinationen waren erfrischend anders. Beim gekauften Schal hatte ich erst die Befürchtung, dass er kratzen würde, aber im letzten Winter hat er bewiesen, dass er das nicht tut.

Nach Umfahrung des Hrútafjörður begann die Fahrt in die Westfjorde. Ziel für den heutigen Tag war die JH in Broddanes. Die Fahrt dorthin war eher eintönig, das Wetter ebenso.

Da wir recht früh vor Ort waren, entschieden wir uns, noch weiter bis nach Holmavik zu fahren. Die Straße wand sich immer an der Küste entlang und nahm jede Fjordschleife mit. In Husavikurkleif führte uns ein Geocache zu einem Fund, den wir so bisher auf Island noch nicht gesehen hatten. Etwas ab von der Straße konnten wir an einem kleinen Wasserfall verschieden farbige Sedimentschichten erkennen. In diesen Schichten befanden sich Überreste von Pflanzen. Ein sehr interessanter Ort. Ohne den Cache wären wir daran vorbeigefahren.

In Holmavik waren wir recht spät, so dass das „Geistermuseum“ schon geschlossen hatte. Für einen kleinen Gang bis zur Kirche, die über dem Ort thront reichte es aber, ehe wir wieder nach Broddanes zurückfuhren.

Direkt hinter der JH in Broddanes gab es eine kleine Felsinsel, auf der Puffins brüteten. Der Weg dorthin führte durch ein Brutgebiet von Krias. Dass es Scheinangriffe gab, wußten wir ja, aber dass die auch mit Pupu werfen? Das war neu und anschließend auch nicht zu übersehen, hartnäckiger Dreck.

Der Abend war recht kurz, da uns am nächsten Tag die bisher längste Strecke bevorstand, die etwa 280 km lange Fahrt am Ísafjarðadjúp entlang bis nach Isafjörður und weiter bis zur JH Korpudalur.

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